Alltagschaos · Altenpflege

Examiniert ohne Examen?

„Kittelschnitte, fahr doch bitte zu Frau Truller.“ – „Wieso? Braucht sie Unterstützung in der Grundpflege?“ – „Nein, die Kollegin ist im Verzug und schafft sonst den Rest nicht.“

Frau Truller ist MRSA Patientin, Diabetikerin und hat nach einer Fraktur des Unterschenkels einen externen Fixateur bekommen. Zu unseren Aufgaben zählte also die Messung des Blutzuckers, Verabreichung einer subcutanen Injektion (Insulin) und der Verbandswechsel 3x wöchentlich. Zusätzlich sind besondere Hygienemaßnahmen wegen der Erkrankung an MRSA erforderlich.

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Alltagschaos · Das andere Leben · OP · whatever

#TeamRettungsgasse

Heute möchte ich erneut auf einen Beitrag der lieben #Hermione aufmerksam machen, in dem es sich um #teamrettungsgasse und natürlich die Rettungsgasse selbst dreht.

Erst kürzlich habe ich es mit meinem Mann mit eigenen Augen gesehen: Ein riesiger Stau, eine ganze Weile bewegte sich nichts.
Ein paar Leute versuchten, eine Rettungsgasse einzuleiten, die meisten aber saßen bei Sonne gemütlich auf der Leitplanke, quatschten und es war beinahe so, als hätten sie denn allwöchentlichen Sonntagskaffee auf die Autobahn umgelegt.

Dadurch entstand ein kleines Mosaik: Ein paar Autos äußerst links, ein paar standen normal, die Mittelspur stand unverändert, die rechte auf dem Standstreifen oder der Spur.

Man sollte meinen, die Leute würden sich wenigstens in die Autos zum Umsetzen bequemen, als der Rettungswagen aus der Ferne zu hören war. Aber nein! Stattdessen begaffte man das schöne, blaue Licht und blieb sitzen. Erst nach viel zu langen Momenten tat sich etwas.

Leute: Auch IHR könntet betroffen sein! Es geht um Minuten, die über die Zukunft eines (Schwerst-)Verletzten entscheiden. Viel zu oft habe ich im OP gesehen, was passiert, wenn jemandem zu spät geholfen werden konnte. Die Folgen sind irreversibel, teilweise tödlich.  Lest den Artikel den ich rebloggt habe (übrigens ist der gesamte Rescue-Blog sehr lesenswert und interessant!) und bildet eine #rettungsgasse !

Auf http://www.teamrettungsgasse.de findet ihr übrigens die Aufkleber für euer Auto.

rescue blog

Ich möchte den gemütlichen Sofasonntag dazu nutzen, auf eine Notwendigkeit (jahaa, sogar Pflicht!) und auf ein ziemlich tolles Projekt aufmerksam zu machen.

Die Geschichte der Rettungsgasse ist eine Geschichte voller Missverständnisse.
Viele glauben, dass es reicht, ne Gasse zu bilden, wenn sie im Rückspiegel Blaulicht sehen oder von hinten ein Horn hören. Dann ist es aber schon zu spät. Wie soll man denn nach rechts oder links ausscheren, wenn vor und hinter einem andere Autos dicht an dicht im Weg stehen?
Macht es richtig und bildet die Rettungsgasse, sobald ihr sehr langsam fahrt, dann steht ihr schon mal richtig, wenn es zum Stau kommt.

Nein, die Rettungsmittel können nicht einfach den Standstreifen nutzen.
Wenn da dann ein gestrandetes Fahrzeug steht, ist Hogwarts in Not, denn bei stehendem Verkehr kommt da niemand mehr dran vorbei.

Viele wissen anscheinend auch nicht, wo genau die Rettungsgasse gebildet werden soll.
Eigentlich ist es…

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Alltagschaos · Altenpflege

Angehörigenarbeit – Begegnungen der dritten Art (Teil 2)

Natürlich ließe sich die Liste der gestern beschriebenen Angehörigen beliebig lang fortsetzen. Ich habe hier noch weitere fünf Arten aufgelistet, die man im Pflegealltag oft erlebt.

 

Die Choleriker

Diese Charaktere gibt es im ganzen Leben immer wieder mal. Als Angehörige sind sie äußerst unangenehme Zeitgenossen und machen jedem Pfleger das Leben schwer. Glücklicherweise ist diese Gattung mittlerweile seltener vertreten. Weiterlesen Angehörigenarbeit – Begegnungen der dritten Art (Teil 2)

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Angehörigenarbeit – Begegnungen der dritten Art (Teil 1)

Oftmals ist die Pflege und Versorgung eines Patienten nicht alles, was wir übernehmen. In vielen Fällen sind Angehörige da, die sich kümmern, Fragen haben, manche verpflegen ihre Familienmitglieder selbst und nehmen die Leistung eines ambulanten Pflegedienstes nur ergänzend in Anspruch.
Aber es gibt meilenweite Unterschiede! Angehörige sind nicht gleich Angehörige.

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Alltagschaos · Altenpflege · whatever

„Ich WILL aber!“

Leute, die beruflich in irgendeiner Art und Weise mit der Pflege, Behandlung oder Ähnlichem mit kranken, alten oder behinderten Menschen zu tun haben, haben eins gemeinsam: Alle helfen gern.

Auch ich helfe gern! Sehr sogar, sonst hätte ich mich nicht für den Berufszweig entschieden. Ich liebe meinen Job, habe gern mit Menschen zu tun und freue mich mit ihnen über jeden Fortschritt Richtung Wiedererlangung der Selbstständigkeit, tröste sie, höre ihnen zu, singe mit ‚meinen‘ Patienten – hauptsache es geht ihnen gut. Weiterlesen „Ich WILL aber!“

Alltagschaos · Das andere Leben · whatever

Seid froh, wenn ihr warten dürft!

Ein Thema, was uns alle etwas angeht.
Der Rettungswagen, der zu Unrecht zu einem Patienten fährt, der a) kein Notfall ist, b) allein ins Krankenhaus gelangen könnte oder bei dem c) beides zutrifft, nimmt jemand anderem mit Schlaganfall, Herzinfarkt o.ä. die Chance auf eine zeitnahe und rechtzeitige Rettung!

 

 

rescue blog

Wer hat sie noch nicht gelesen, die Geschichte der Kinderkrankenschwester aus der Notaufnahme?
Alle paar Tage (manchmal auch mehrmals am Tag) wird sie mir auf Facebook und/oder Twitter geschickt, und ich habe so langsam das Bedürfnis, mich dazu zu äußern.

Hier ist übrigens der Link zu dem Artikel auf Spiegel online.

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Alltagschaos · OP

Gewöhnung ist alles

Mittlerweile arbeitete ich einen Monat im OP. Das frühe Aufstehen war kein Problem mehr (wie oft hatte ich mich in der Schulzeit über „frühes Aufstehen“ beschwert? Ich nehme alles zurück!), Energydrinks und Kaffee mein ständiger Begleiter.
Pünktlich um 6:30 betrat ich jeden Morgen den Umkleideraum des Zentral-OP, danach ging es zielstrebig in den Aufenthaltsraum, um mein Mittagessen, welches ich eh nicht zu essen schaffte, im Kühlschrank zu verstauen und mit meinen KollegInnen den OP-Plan Weiterlesen Gewöhnung ist alles